Zero Waste – so lautet das zentrale Motto nachhaltigen Konsumierens von morgen. Die Cradle-to-Cradle-Philosophie und die sich weiterentwickelnde Vision der Sharing Economy sind die treibenden Kräfte hinter der Idee, Müll oder scheinbaren Müll nicht nur wiederzuverwerten oder zu recyceln, sondern gar nicht erst anfallen zu lassen.

Allein in der EU, so ein aktueller Bericht des WWF und der Nachhaltigkeits-NGO WRAP aus dem September 2020, werden jährlich mehr als 88 Millionen Tonnen Nahrungsmittel verschwendet – das entspricht einem Fünftel aller produzierten Nahrungsmittel. Jede Person wirft im Schnitt 173 Kilogramm pro Jahr weg (vgl. WWF- WRAP 2020). Schon lange ist klar, dass die Produktion von Nahrungsmitteln, die nicht konsumiert werden, zu unnötigen CO2-Emissionen, Biodiversitätsverlust und Land- und Wasserverbrauch führt.

„Lebensmittelverschwendung zu reduzieren ist eines der wichtigsten Dinge, die wir gegen den Klimawandel tun können.“ laut Chad Frischmann, Senior Director beim Klimaschutzprojekt Drawdown.

Nachhaltige Gastronomie
Großes Potenzial bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen liegt auch in der Gastronomie. Mit hohem indivi- duellen Engagement versuchen Gastropioniere wie Paul Ivić (in seinen Tian-Restaurants in Wien und München) oder Henry Rich vom New Yorker Rhodora, ihre Küchen nachhaltiger aufzustellen. In Schweden haben Gastronomen und Produzentinnen mit „Nätverket Hållbara Restauranger“ (hållbararestauranger.se) bereits ein Restaurant-Netzwerk gegründet, das Betriebe bei ihren Zero-Waste-Bemühungen mit dem nötigen Know-how unterstützt. Wissenschaftler und Nachhaltigkeitscoaches vom Beratungsunternehmen Sustainergies (sustainergies.se) führen bei jedem im Netzwerk vertretenen Restaurant Ist-Analysen durch und entwickeln darauf basierend maßgeschneiderte Konzepte für die Abfallreduktion und ein besseres Energiemanagement.


Innovativ nachhaltiges Kochen aber geht über die sinnvolle Resteverwertung und die Anwendung von Koch- prinzipien wie „Nose-to-Tail“ oder „Leaf-to-Root“ hinaus. Es berücksichtigt auch, wie, wann und wo welche Lebensmittel angebaut werden. Viele schwedische Köche und Restaurants verzichten auf Zwischenhändler und kaufen direkt bei lokalen Erzeugern ein. Manche, wie Jacob Holmström und Anton Bjuhr vom Sterne-Restaurant Gastrologik, kochen und servieren ihre Speisen nur auf der Grundlage dessen, was sie jeweils aktuell von ihren Lieferanten bekommen. Das tägliche Menü heißt augenzwinkernd stets „Let today’s produce decide“.

Trendprognose
Food Waste ist nicht nur ökologisch problematisch, sondern hat auch negative wirtschaftliche und soziale Auswirkungen. Die Corona-Pandemie hat Lebensmit- telverschwendung noch deutlicher im Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten verankert. Auch nach der Pandemie werden mehr Menschen – auch dank gestiegener Kochkenntnisse – sorgsamer mit Lebensmitteln umgehen, weniger wegwerfen und Reste besser verwerten. Das Prinzip Zero Waste wird alltagstauglich. Nachhaltigkeit verlagert sich immer mehr auf den Nutzungszyklus. Auch auf anderen Ebenen der Lebensmittelkette. Immer mehr Start-ups und Unternehmen finden innovative Wege, um aus Lebensmittelresten neue Produkte herzustellen. Auch engagierte Gastronomen leisten mit innovativen Konzepten wichtige Beiträge, um die weltweite Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Quelle: Hanni Rützlers FOOD REPORT 2022

Takeaway.coach ist bemüht die Zero Waste Economy zu unterstützen durch die Zusammenarbeit mit Ecocreation. Ein System das Food Waste in nützlichen Kompost umwandelt.

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